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Der Untertan
Spielfilm - DDR, 1951, s/w, 108 min., FSK: 12
Literaturverfilmung, Satire

Regie Wolfgang Staudte
Produzent DEFA-Studio für Spielfilme
Drehbuch Wolfgang Staudte, Fritz Staudte
Literarische Vorlage Nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann
Kamera Robert Baberske Musik Horst Hanns Sieber
Standfotograf Eduard Neufeld Plakatkunst Wehlisch (Uraufführungsplakat), Ring (1951), Eberhard Grüttner (1981)

Darsteller
Werner Peters (Diederich Heßling), Paul Esser (Regierungspräsident von Wulkow), Blandine Ebinger (Frau des Regierungspräsidenten von Wulkow), Erich Nadler (Vater Heßling), Gertrud Bergmann (Mutter Heßling), Carola Braunbock (Emmi Heßling), Emmy Burg (Magda Heßling), Friedrich Maurer (Fabrikant Göpel), Sabine Thalbach (Agnes Göpel), Hans-Georg Laubenthal (Mahlmann), Eduard von Winterstein (Buck sen.), Raimund Schelcher (Buck jun.), Ernst Legal (Pastor Zillich), Axel Triebel (Major Kunze), Friedrich Gnass (Napoleon Fischer), Fritz Staudte (Amtsgerichtsrat Kühlemann)

Synopsis
Der beispielhafte Aufstieg eines Menschen, der nach oben katzbuckelt und nach unten tritt. Diederich Heßling, der Sohn eines Papierfabrikanten, lernt schon früh die Bedeutung der Macht kennen und dient ihr freudig als Denunziant. Als verweichlichtes Muttersöhnchen beherrscht ihn die Angst. Die Lehrer wie sein Vater sind gestaltgewordene Autorität, der er sich willfährig beugt. So formt sich sein Charakter, den letzten Schliff erhält er bei der Studentenverbindung Neu-Teutonia. Auf den Kneipen- und Schlägerabenden der Korpsstudenten entfaltet sich sein Chauvinismus, die Verherrlichung des Kaisers, die ihm als untertänigster Diener höchstes Begehren ist. Nach dem Tod seines Vaters schwingt er sich zum familiären Despoten und Alleinherrscher in der ererbten Fabrik auf. Einen Prozess wegen angeblich strafbarer politischer Äußerung nutzt er zu einer belastenden Aussage, um einen Konkurrenten auszuschalten. Vollends auf der Höhe seiner Erfolge fühlt er sich, als er die reiche Guste Daimchen ehelicht.
Der mit ironischer Schärfe inszenierte Welterfolg wurde zum Klassiker der Darstellung von Untertanenmentalität. In der Bundesrepublik wurde der Film erst sechs Jahre später aufgeführt, nachdem sich Wolfgang Staudte zu einer Kürzung bereit erklärt hatte.

„kongeniale Verfilmung… Selten sind der kleinbürgerliche Mief, die ungeheure Doppelmoral und der unheilvolle Untertanengeist eindringlicher gezeigt worden als in dieser Satire.“ (Filmredaktion 3sat, Stand 2009)

Prädikate / Auszeichnungen / Festivals
Internationales Filmfestival Karlovy Vary 1951: Preis für den Kampf um sozialen Fortschritt, Helsinki 1956: Ehrendiplom, ausgewählt von Filmhistorikern und -journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten

    Weitere Infos (partially only in german)
    Dieser Film lief im Rahmen der Filmreihen:
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