Filmbestände

DEFA-Kinoproduktionen der DDR:

Mehr als drei Jahrzehnte Zeitgeschehen finden Sie in den über 2000 Ausgaben Wochenschau „Der Augenzeuge“: Von Februar 1946 bis Dezember 1980 entstand die DEFA-Kinowochenschau „Der Augenzeuge“. Bis das Fernsehen die Wochenschau als Massenmedium verdrängte, berichtete der „Augenzeuge“ aktuell über Politik, Alltag und Zeitgeschehen. - Ein historisch aufschlussreicher Einblick in, Kalte Kriegs- und Medienpolitik.

  • -Etwa 3800 Dokumentarfilme aller Genres und vielfältiger filmischer Bandbreite geben einen Überblick über die Entwicklung und Geschichte der DDR sowie die staatliche Propaganda. Reportagen lieferten Bilder aus Bereichen wie Industrie, Wissenschaft, Technik, Landwirtschaft, Umwelt, Natur, Tiere, Sport und Kultur. 
    Jenseits der nationalen Themen berichtete die DEFA auch weltweit. Etwa das legendäre Studio H&S ein. Ihr Generalthema waren die Umwälzungen des 20. Jahrhunderts, vor allem in Chile, Vietnam und Kambodscha.
  • -950 Spiel- und Kurzspielfilme: vom ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef bis zu „Coming out“, der am 9. November 1989 Premiere feierte, und zu den sogenannten Wendefilmen von 1990 bis 1993.
    Viele der DEFA-Gegenwartsfilme haben heute dokumentarischen Wert, da sie Alltagsbilder und Probleme eines untergegangenen Landes widerspiegeln.
  • Bei PROGRESS finden Sie zudem namhafte Schauspielstars wie Angelica Domröse, Jutta Hoffmann, Corinna Harfouch, Katrin Saß, Katharina Thalbach, Nina Hagen sowie Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Erwin Geschonneck, Ulrich Mühe, Michael Gwisdek, Jan Josef Liefers, Uwe Kockisch und viele mehr.

Unveröffentlichtes, dokumentarisches Drehmaterial:

Ende der 1940er bis zu den 1960er Jahren fanden einige Filmsequenzen keinen Eingang in den "Augenzeugen“. Die überwiegend stummen Dreh- und Restmaterialien enthalten ungewöhnliche, zum Großteil unbekannte Bilder wie:

  • die Sprengung des Berliner Stadtschlosses 1950
  • den Prozess gegen die Anführer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953
  • dem Wiederaufbau auf der Berliner Museumsinsel ca. 1954

Außerdem archivierte das DEFA-Dokumentarfilmstudio seit den 1950er Jahren Reste von Drehmaterialien für spätere Projekte. Später wurden für das Studioarchiv gezielt politische und gesellschaftliche Ereignisse im Bild festgehalten, die das politische und kulturelle Leben in der DDR, aber auch das internationale Klima in der Politik widerspiegeln. Allein in den 1980er Jahren wurden 400 Beiträge produziert.

DDR-Auftragsfilme:

Mehr als 3.000 DDR-Auftragsfilme für Ministerien, Parteien und Massenorganisationen wertet PROGRESS exklusiv, weltweit und kommerziell für das Bundesarchiv und die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO-DDR) aus. Das Spektrum reicht von Filmen im Auftrag des Ministeriums für Nationale Verteidigung (kurz "NVA-Filme“), der Zivilverteidigung der DDR, des Ministeriums des Innern und des Ministeriums für Kultur bis zu Produktionen des FDGB, der FDJ, der Staatlichen Plankommission und des Deutschen Zentralinstituts für Lehrmittel.

  • MfAA-Filme
    Wie sich die DDR sehen wollte – Filme im Auftrag des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA-Filme, 1960 – 1989) hatten die filmische Außendarstellung der DDR zum Ziel. Die vor allem in ausländischen Botschaften und DDR-Kulturzentren eingesetzten Filme sollten die DDR als wirtschaftlich florierendes Land zeigen. Größenteils Propaganda, gibt es jedoch auch differenzierte Beiträge zu Themen wie Wohnungsknappheit und dem Bau der Mauer.
  • NVA-Filme
    Unbekannte Grenzaufnahmen - Nationale Volksarmee: Die NVA-Filme (1961–1990) bestehen aus Dokumentationen, Ausbildungsfilmen sowie Filmmagazinen. Sie richteten sich an Soldaten und dienten der Wehrerziehung wie der politischen Motivation. Der Filmstock enthält weithin unbekannte Aufnahmen zur deutsch-deutschen Grenzsicherung, aber auch Themen wie Grenzsoldaten in der Wendezeit und Zivildienst.
  • Weitere Themen
    Weitere Themen der Auftragsfilme: Berichte über Staatsbesuche, Aufgaben von Volkspolizei und Feuerwehr, Berichte über die Jugendorganisationen, Parteitage, Blockparteien und Gewerkschaft sowie Lehrfilme für Unterricht und Berufsausbildung.

Cintec-Archiv:

Vom Ende der DDR bis zur Nachwendezeit – Das Westberliner Cintec-Archiv (1984–2005) ergänzt den DDR-Filmstock von PROGRESS mit dem Blick aus dem Westen und zeigt das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten sowie wichtige politische, gesellschaftliche wie wirtschaftliche Ereignisse: Die Öffnung und den Abriss der Mauer, Mauerschützen- und Stasi-Prozesse, den Abzug der Alliierten, aber auch Besuche internationaler Persönlichkeiten sowie Städte- und Landschaftsportraits. Zum größten Teil handelt es sich hier um unveröffentlichtes Drehmaterial.

Zeitzeugen-Archiv:

Jahrhundertbiografien - Das Berliner Zeitzeugen-Archiv von Thomas Grimm besteht aus Selbstzeugnissen von Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, vom Oscar-preisgekrönten Filmszenenbildner Ken Adam, über den russischen Politiker und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow bis zum Globalisierungskritiker Jean Ziegler. In ausführlichen Interviews kommen auch Menschen, die Krieg, Revolutionen, Exil und Konzentrationslager erlebt haben, zu Wort, wie z.B. der Schriftsteller Jurek Becker, die sowjetische Dissidentin Jelena Bonner sowie der Theologe und DDR-Oppositionelle Rainer Eppelmann. Die Dokumentationen des Grimm-Archivs wiederum zeigen die Schwierigkeiten der Wiedervereinigung nach dem Mauerfall.

Wydoks-Archiv:

Punk und Berliner Subkultur – In der Aufbruchszeit 1989/90 gründete der Punk-Bandleader von Feeling B, Aljoscha Rompe (1947-2000), den Verein Wydoks, anspielend auf das polnische Wort widok für Aussicht. Der einmalige Bestand der Nachwendezeit dokumentiert die Berliner Hausbesetzer- und Musikerszene mit Materialien zu Demonstrationen sowie Konzertmitschnitten und Interviews z.B. mit Feeling B., von der einige Musiker später bei der international erfolgreichen Band Rammstein einstiegen.

Die Eigenproduktionen der DEFA-Stiftung:

Dieser Bestand (von 1999–2006) beleuchtet in Interviews mit Filmschaffenden wie Regisseuren, Drehbuchautoren, Schauspielern und Kameramännern die Arbeit und Hintergründe in den DEFA-Studios, aber auch den weiteren Karriereverlauf nach Schließung der Studios.

Zu Wort kommen z.B. die Schauspielerin Angelica Domröse, der Dokumentarfilmer Thomas Heise, der Regisseur Peter Kahane oder der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase.