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Zeitzeugengespräch: Wolfgang Kohlhaase. Langfassung

Lieferzeit: 2-3 Tage

2001
In dem am 29. Mai 2001 in Reichenwalde entstandenen Zeitzeugengespräch mit Wolfgang Kohlhaase, geführt von Ralf Schenk, berichtet Wolfgang Kohlhaase über seine Tätigkeit als Autor für die DEFA von ...
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Länge gesamt 252 min
Produktionsland Deutschland
Jahr 2001
Drehort Reichenwalde
Farbe fa
Interviewer Ralf Schenk
Person, primär Wolfgang Kohlhaase
Person, sekundär Konrad Wolf
Frank Beyer
Hans Rodenberg
Günther Rücker
Werner Bergmann
Gerhard Klein
Slatan Dudow
Hans-Robert Bortfeldt
Jan Curik
Wolf Göthe
Hermann Werner Kubsch
Eva Seemann
Hermann Kant
Werner Stötzer

 

Schlagworte

Deutsche Demokratische Republik (DDR), Deutsche Film AG (DEFA), Mauerbau, Drehbuchautor, Neorealismus

 

Kurzinhalt

In dem am 29. Mai 2001 in Reichenwalde entstandenen Zeitzeugengespräch mit Wolfgang Kohlhaase, geführt von Ralf Schenk, berichtet Wolfgang Kohlhaase über seine Tätigkeit als Autor für die DEFA von 1950-1989. Er schildert seine Arbeit als Entwickler von Stoffen innerhalb gesellschaftspolitischer Zeitströmungen und äußert sich zu verschiedenen Filmprojekten. Ausführlich zur Sprache kommt die gemeinsame Arbeit mit den Regisseuren Gerhard Klein, Konrad Wolf und Frank Beyer.

 

Langinhalt

Kassette 1 (K 0127)
0:00:00
Insert: "Wolfgang Kohlhaase. Autor"
0:00:07
Insert: "Geboren am 13. März 1931 in Berlin
1947 Volontär und Redakteur bei der Jugendzeitschrift 'Start'
1950-1989 Autor für die DEFA"
0:00:21
Insert: "Der Start"
Wolfgang Kohlhaase berichtet wie es dazu kam, dass er bei "Der Start" angestellt wurde. Er erzählt, wie er begann Geschichten zu schreiben.
0:05:14
Kohlhaase erklärt, wie er zur DEFA kam und welche Art von Filmen vor der Arbeit bei der DEFA interessiert haben (Beispiele: "Die Mörder sind unter uns"; "Kinder des Olymp"). Er berichtet von seiner Zeit bei der Arbeitsgemeinschaft "Film", betreut von Heino Brandes, dessen Mitglieder sich Filmgeschichten ausdachten und sich diese gegenseitig erzählten.
0:09:17
Kohlhaase beschreibt des Jahr 1950 und die damaligen Zustände in der Presselandschaft. Weiterhin erklärt Kohlhaase wie er zur Dramaturgie kam.
0:12:00
Insert: "September 1950
Als Assistent zur DEFA"
0:12:08
Wolfgang Kohlhaase berichtet von seiner Vorstellung bei der DEFA und den damaligen Kollegen in der Dramaturgie sowie seine Anstellung als Assistent von Dr. Helmut Spieß.
0:14:55
Insert: "DEFA – Die frühen 50er"
Kohlhaase erzählt vom Anfang des Dogmatismus.
0:15:30
Wolfgang Kohlhaase berichtet von einem Dogmatismus, der gerade auch in der Filmwelt ausgelebt worden sei (neue Gesellschaft braucht neue Helden) und inwiefern der Dogmatismus ihn persönlich berührte.
0:19:35
Kohlhaase erzählt von seiner Begegnungen mit Richard Nicolas und Adolf Hannemann und deren Austausch von Filmideen und Geschehnissen aus der Filmwelt.
0:22:00
Kohlhaase zeichnet ein Bild einer zähen Phase in der keine nennenswerten Produktionen entstanden seien. Weiterführend macht er das an der zu diesem Zeitpunkt gerade geendeten Phase des Antifaschismus fest. Ein Thema, das zu dieser Zeit in Gänze abgearbeitet gewesen sei. Kohlhaase berichtet wie er in dieser Zeit Bruno Apitz (Romanautor von "Nackt unter Wölfen") und Günther Rücker kennenlernte.
0:23:52
Kohlhaase beschreibt seine damaligen Aufgaben unter Helmut Spieß und geht in diesen Zusammenhang auf seinen eigenen Bildungsweg ein ("Urteilen lernt man durch vergleichen."). Weiterhin geht Kohlhaase kurz auf den täglichen Arbeitsalltag bei der DEFA ein.
0:28:50
Wolfgang Kohlhaase erwähnt den Formalismusstreit '48.
0:31:30
Kohlhaase beschreibt seine damaligen Motive und Leitlinien als einen "Versuch etwas zur Wirklichkeit hin zu machen", im Gegensatz zu den Westfilmen, die er "Belanglosigkeiten im UFA-Kostüm" nennt.
0:31:50
Insert: "Zwischen Jägerstrasse und Babelsberg"
Kohlhaase erzählt, wie es dazu kam, dass er das erste Mal das Studio betrat.
0:32:52
Insert: "1953
Debüt als Autor: 'Die Störenfriede'"
Kohlhaase erzählt, dass die für den Film Verantwortlichen mit der ersten Drehbuchfassung nicht zufrieden gewesen seien. Deswegen wäre er zu dem Projekt hinzuberufen worden, um diese erste Fassung, die laut Kohlhaase von einer "pädagogischen Dogmatik" getragen wurde, zu überarbeiten.
0:37:30
Kohlhaase berichtet von Streitigkeiten in der Entstehung von "Die Störenfriede" zwischen Werner Kubsch und Wolfgang Schleich, einem ehemaligen Regieassistenten Veit Harlans.
0:39:00
Kohlhaase erzählt kurz von der Premiere des Films "Die Störenfriede" im Kino Babylon.
0:40:05
Wolfgang Kohlhaase spricht von der Gründung der Abteilung für Kinderfilme, in der Kohlhaase als Spezialist galt und erzählt davon, wie der Direktor Hans Rodenberg ihn und Gerhard Klein als wichtigen Bestandteil dieser Abteilung benannte.
0:40:45
Kohlhaase schildert das Kennenlernen mit Gerhard Klein, woraufhin der Film "Alarm im Zirkus" entsteht.
0:41:30
Insert: "Der 17. Juni 1953"
Kohlhaase zeichnet einen persönlichen Eindruck des 17. Juni 1953 und den darauffolgenden Tagen sowie die allgemeine Stimmung zu dieser Zeit.
0:45:15
Kohlhaase erzählt von Dr. Hans-Joachim Schoeppe.
0:47:10
Insert: "Arbeit mit Gerhard Klein"
Kohlhaase erzählt von Gerhard Klein und seiner Lebensgeschichte sowie die Zusammenarbeit mit ihm und stellt dessen didaktische Herangehensweise als Besonderheit heraus.
0:51:50
Kohlhaase hebt die Begeisterung Gerhard Kleins für den Neo-Realismus hervor, die er mit Kohlhaase selbst auch leidenschaftlich teilte und was zu einem verbindenden Element zwischen den beiden Filmschaffenden wurde. Desweiteren hatten die beiden eine Vorliebe für "Berliner Tonlagen" und ergänzten sich laut Kohlhaase vor allem so gut, weil Klein vom Film kam, wobei Kohlhaase über die Literatur den Zugang fand.
0:58:20
Kohlhaase spricht vom Drehbuch des Films "Alarm im Zirkus" und Gerhard Kleins Widerstand einen Dialogregisseur für den Film zur Seite gestellt zu bekommen. Kohlhaase beschreibt Kleins Art Regie zu führten, welcher am liebsten hinter der Kamera saß und für den Schnitt inszenierte.
1:02:49
Insert: "Auf der Suche nach Darstellern"
1:03:00
Kohlhaase widmet sich nach wie vor der Zusammenarbeit mit Gerhard Klein, die auch zusammen die Darsteller suchten und wählten. Kohlhaase berichtet in diesen Zusammenhang, wie das Mädchen für den "Berlin - Ecke Schönhauser..." gefunden wurde.
1:04:44
Insert: "Neue Töne, neue Bilder:
Die Berlin-Filme"
Kohlhaase ist der Meinung, dass mit den Berlin-Filmen ein neuer Ton eingesetzt habe. Während "Die Störenfriede" im Kern ein pädagogischer Film gewesen sei, orientierte man sich nun an Vorbildern des Neo-Realismus, wie "Fahrraddiebe" oder "Umberto D". So benutzten Kohlhaase und Klein den gleichen Bildeffekt wie den von der "Wochenschau" und arbeiteten mit einem "semi-dokumentaren Prinzip" bei der Kameraführung.
1:10:15
Kohlhaase erzählt über die Verleihung des Nationalpreises für den Film "Alarm im Zirkus".
1:11:20
Infolge der Preisverleihung verschaffte sich das Duo Klein/Kohlhaase Respekt in der Branche. Es wurden neue Kinderfilme angefragt, stattdessen entstand "Eine Berliner Romanze" - ein Jugendfilm mit Annekathrin Bürger, die von Klein und Kohlhaase entdeckt wurde.
1:13:00
Kohlhaase berichtet von den Dreharbeiten mit Gerhard Klein. So ließ dieser z.B. einmal Decken in das Bühnenbild bauen, was für damalige Verhältnisse ungewöhnlich war. Er versuchte so realistischeren Ton und Bild zu ermöglichen.
1:14:05
Insert: "Künstlername 'Kohlhaas'"
Kohlhaase erinnert sich an die Entstehung seines Künstlernamens "Kohlhaas" und erzählt, warum er diesen wieder abgelegt hat.
1:16:15
Insert: "Die Berlin-Filme:
Probleme, Konflikte"
Kohlhaase berichtet von Vorführungen seinen Films "Eine Berliner Romanze".
Kohlhaase rekapituliert die leitende Frage seines Schaffens: "Wie ist die Welt und wie sollte man sie zeigen?". Des Weiteren stellte er sich die Frage, ob der kritische Realismus nicht auch ein Vorbild für den Sozialismus sein könne.
Kohlhaase erwähnt einen Zwischenfall bei der Abnahme von "Berlin - Ecke Schönhauser". So wurde ihm vorgeworfen, dass es nicht akzeptabel sei, einen Film über das Alltagsleben zu machen, in dem nur dreimal die Sonne schiene.
1:23:25
Der Film "Berlin - Ecke Schönhauser" wurde ein "deutlicher Erfolg".
1:25:25
Kohlhaase vertieft den Konflikt, der dem Drehbuch zugrunde lag. Er formuliert diesen als "Wunschdenken und Wirklichkeit. Utopie und Realität."
1:26:08
Auf die Frage, ob die Parallelen zwischen "Berlin - Ecke Schönhauser" und dem West-Film (wie "Die Halbstarken" von Will Tremper) beabsichtigt gewesen sein, antwortet Wolfgang Kohlhaase, dass diese sich erst im Nachhinein herausstellten.
1:27:25
Kohlhaase berichtet von seinen Gedanken beim Schreiben der Dialoge zu "Berlin - Ecke Schönhauser".
1:29:53
Ende
Kassette 2 (K 0128)
0:00:00
Insert: "Film in der Gesellschaft:
Die öffentliche Phantasie"
0:00:50
Kohlhaase spricht von einer Arbeitsteilung in der ehemaligen DDR. Zum einen die Filmemacher, zum andern die "Filmeverbieter".
0:01:30
Kohlhaase macht den Aufbau einer öffentlichen Phantasie im Bezug zur Wirklichkeit zum Thema.
0:03:00
Allgemein hält Kohlhaase den zunehmenden Verlust der Realität in der Geschichte der DDR für einen Hauptgrund der Konflikte in den letzten Jahren der DDR und der Nachwendezeit.
0:04:24
Insert: "1980
'Solo Sunny' – ein resignativer Film?"
Wolfgang Kohlhaase erklärt die Geschichte des Films "Solo Sunny", über das Alleinsein in einer Gesellschaft in der niemand allein sein sollte. Kohlhaase erzählt von den Diskussionen, die dieser Film verursacht hat und beantwortet die Frage, ob es sich bei "Solo Sunny" um einen resignativen Film handelt.
0:08:40
Kohlhaase erzählt von Konrad Wolf, der mit dem Film "Mama, ich lebe" durch das Land reiste und darauf angesprochen wurde ein Film "über uns" zu machen. In diesem Zusammenhang berichtet Kohlhaase davon wie die Geschichte von "Solo Sunny" entstand.
0:11:02
Insert: "1961
'Der Fall Gleiwitz'
Vorgeschichte, Konflikte"
Kohlhaase erklärt, warum es zu keiner Weiterführung der Berlin-Filme kam. Die neue Machart (in Form von statischen Bilder, beinahe grafische Hintergründe, langen Einstellungen) des Films "Die weiße Taube" von Frantisek Vlácil inspirierte Kohlhaase und führte zur Einsicht, dass der Stil eines Films nicht alles ist.
0:13:55
Die Idee, der filmischen Umsetzung der Vorfälle von Gleiwitz '39 stammte von Günther Rücker.
0:16:30
Ziel war es den Faschismus in Deutschland zu verbildlichen.
Die Werke Vlácil hatten, nicht zuletzt wegen der Zusammenarbeit mit einem von Vlácil Kameramännern einen starken Einfluss auf die Umsetzung des Films: Symmetrisch gehaltene, kalte Bilder.
0:18:20
Kohlhaase erzählt von den Erkundungen der örtlichen Begebenheiten in Gleiwitz und der Begegnung und späteren Zusammenarbeit mit Jan Curik.
0:19:05
Klein und Kohlhaase diskutieren über das mögliche erste Bild des Films "Der Fall Gleiwitz".
0:20:01
Kohlhaase spricht über den Sendeton und das Original Sendehaus von Gleiwitz.
0:21:38
Kohlhaase berichtet von einem Kinobesuch in Gleiwitz zusammen mit Klein und Curik, der beinahe dazu führte, dass Curik das Projekt verlassen wollte.
0:23:15
Kohlhaase beschreibt Jan Curik Art der Kameraarbeit.
0:24:30
Kohlhaase spricht über die Schnittarbeit zum Film und die Resonanz beim Publikum.
0:25:30
Der Film wurde unter anderem von Alfred Kurella kritisiert. Es wurde, zum Erstaunen der Beteiligten, der Vorwurf der "Ästhetisierung des Faschismus" ausgesprochen.
0:28:00
Kritische Vorwürfe gegenüber dem Film "Der Fall Gleiwitz" führte unter anderen zum Abbruch von Kinovorführung in einigen westdeutschen Kinos.
0:30:25
Kohlhaase erzählt von dem angeblichen Kinobesuchs von Helmut Naujocks, welcher die reale Vorlage des Antihelden im Film "Der Fall Gleiwitz" ist.
0:32:20
Kohlhaase spricht über die Recherchearbeiten zum Film: So wurden Zeugen gesucht und Dokumente. Unter anderem dienten auch ein Briefwechsel Himmlers und Akten vom Nürnberger Prozess der Vorbereitung des Films.
0:37:07
Insert: "Gedreht und verboten:
Zensur bei der DEFA"
Über die gesamte Zeit gab es laut Kohlhaase mal größere, mal kleinere Meinungsunterschiede. Außerdem herrschte ein gewisser Dirigismus: "Die subtilste Zensur ist mangelnde Ermutigung".
0:40:35
Kohlhaase nennt persönliche Vermutungen, warum Filme gemacht wurden, die später verboten wurden.
0:41:45
Kohlhaase ist der Ansicht, dass der Mauerbau das Argument der "offenen Front" abschaffte und ein Hineinwirtschaften ins Land begann.
0:46:00
Die Politik habe sich durch die Zensur am Ende eher selbst geschadet, da die Aufmerksamkeit der Bürger so ungeteilt auf der Politik lag.
0:48:01
Insert: "Selbstzensur"
Kohlhaase meint, dass das Filmemachen nur mit Partnern, moralische, wie auch finanzielle funktioniere. Wobei der Wille zum Film immer ungebrochen da war.
0:54:00
Es stellte sich eine Denkart ein, die vielmehr in die Richtung der Möglichkeiten arbeitete als an das Optimale zu denken.
0:54:29
Insert: "1961/63
Die Mauer und die 'Sonntagsfahrer'"
Kohlhaase empfand den Mauerbau als überraschende Maßnahme, die er jedoch damals im politischen Sinn respektierte. Weiterhin ist er der Meinung, dass der Mauerbau keine Probleme gelöst sondern eher entschärft habe und gleichzeitig weitere Probleme schaffte.
0:58:12
Kohlhaase empfindet den Mauerbau als nationales Trauma. Allerdings hatte Kohlhaase nicht persönlich unter dem Mauerbau zu leiden. Seine komplette Familie, wie auch Freunde und Arbeitspartner seien auch nach dem Mauerbau im Osten gewesen.
1:01:30
Kohlhaase spricht über die Entstehungsgeschichte von "Sonntagsfahrer" und "Josef und seine Brüder".
1:03:00
Kohlhaase erzählt von seinem Projekt "Der liebe Gott in Berlin";als einen Versuch auf die absurden Zustände Berlins (vor dem Mauerbau) mit einem heiter-nachdenklichen Film zu reagieren.
01:04:20
Kohlhaase erzählt von seinem Projekt: "Der Mann auf der Kante".
Die Geschichte eines unbeholfenen und tollpatschigen Mannes, der durch unglückliche Zusammenhänge immer wieder schnell im Gefängnis landet. In Ost, wie West.
Beide Projekte scheiterten gewissermaßen am Mauerbau.
1:08:00
Kohlhaase beschreibt die Idee eines heiteren, komödiantischen Films ("Sonntagsfahrer") über eine nicht geglückte Flucht von Ost nach West kurz nach dem Mauerbau. Kohlhaase spricht heute von einem "falschen Denkansatz" für eine Komödie.
1:10:00
Kohlhaase spricht über das Tragische und Komische.
1:10.50
Kohlhaase erinnert sich an "Josef und seine Brüder".
1:11:35
Insert: "1965/66
Verboten:
'Berlin um die Ecke'"
In "Berlin um die Ecke" kehrt die Berlin-Thematik erstmals wieder in das filmische Schaffen Kohlhaases zurück. Für die Recherche hat sich Kohlhaase mit seinem Vater beschäftigt, der ein Leben lang Fabrikarbeiter war.
1:14:00 "Berlin um die Ecke" sollte das jugendliche Thema von "Berlin - Ecke Schönhauser…" letztmalig aufgreifen.
1:15:25 Kohlhaase erzählt von der Stoff- und Drehbuchentwicklung zu "Berlin um die Ecke".
1:19:00
Kohlhaase unterstellt den DDR-Offiziellen eine quantitative Herangehensweise an die Filme. So seien die Darstellungen von Gewalt schlicht aufgezählt und nicht auf ihre qualitativen Aspekte untersucht worden. Laut Kohlhaase verliefen die Gespräche mit DDR-Offiziellen in einer verbindlichen Atmosphäre.
1:20:50
Nach dem Filmverbot ist Gerhard Klein erkrankt, was Kohlhaase nicht direkt auf das Filmverbot schließt.
1:21:20
Im Anschluss begann Kohlhaase gemeinsam mit Rita Bieler mit den Arbeiten zu "Fisch zu viert".
1:22:10
Kohlhaase äußert sich zu dem Brief Kurt Maetzigs an Walter Ulbricht. Kohlhaase steht diesem Brief sehr kritisch gegenüber und sieht in diesem Vorgang vor allem politische Rituale ("Einer musste den Kopf hinhalten").
1:24:50
Kohlhaase ist der Meinung, dass die Verbotswellle in ihrer Breite nur so entstehen konnte, weil von DDR-Seite befürchtet wurde, dass Beteiligte eines Verbotsfilms sich auf andere ("gemäßigtere") Werke berufen könnten, die in den Kinos gezeigt wurden. So wurden also diese Filme auch verboten, um den Filmemachern keine vergleichende Argumentationsgrundlage zu liefern.
1:25:40
Kohlhaase empfand und empfindet das Verbot nicht als ein allzu tragisches Erlebnis. Wobei er jedoch anführt, dass dies für andere einen "Riss im Leben" bedeute.
1:27:45
Insert: "Bei der DEFA fest angestellt"
Kohlhaase gibt an, dass für eine Festanstellung bei der DEFA vor allem solche Dinge wie Sozialversicherung usw. eine Rolle spielten.
1:29:45
Ende
Kassette 3 (K 0129)
0:00:00
Insert: "Konrad Wolf"
Kohlhaase beschreibt Konrad Wolf als einen kontrollierten, monomanisch arbeitenden Mann, der den Schauspielern nicht in ihre Darstellung hineinredete.
0:04:25
Kohlhaase erzählt eine Geschichte von Kurt Böwe und Konrad Wolf beim Dreh des Films "Der nackte Mann auf dem Sportplatz".
0:05:23
Kohlhaase spricht von den Drehaufnahmen zu "Ich war neunzehn" mit Jaecki Schwarz.
0:06:50
Konrad Wolf war "ein Mann, der Leute auf ihre guten Möglichkeiten brachte."
0:07:30
Kohlhaase lobt Wolf für die große Arbeitsfreude, die Wolf am Set versprühte und so ein äußerst angenehmes Arbeiten möglich machte.
0:08:40
Konrad Wolf legte großen Wert auf seine Familie. Kohlhaase beschreibt Wolfs Verhältnis zu anderen Leuten der Filmwelt.
0:13:00
Kohlhaase erzählt von Wolfs Beziehung zu der Partei: "Es geht nichts mit der Partei, die sich so benimmt, aber es geht auch nichts ohne die Partei".
0:13:24
Kohlhaase spricht von Wolfs Tod.
0:13:56
Insert: "1967/68
'Ich war 19'"
Kohlhaase berichtet, dass Wolf sich in der Folgezeit Themen suchte, die er frei und "mit Anstand" bearbeiten konnte. Das bedeutete, dass Gegenwartsthemen größtenteils zu meiden waren.
0:16:00
Kohlhaase erzählt wie er Konrad Wolf kennengelernt hat.
0:17:40
Für "Ich war neunzehn" konstruierte Wolf seine eigenen Erfahrungen, welche sich laut Kohlhaase in den authentischen Vorgängen und dem beibehaltenen Tagebuchstil bemerkbar gemacht haben.
0:21:25
Kohlhaase erzählt Wolfs Erfahrungen in Bernau und den daraus entstehenden Einfluss auf den Film "Ich war neunzehn" sowie weitere Ereignisse während der Dreharbeiten.
0:25:35
Kohlhaase erwähnt, dass Wolf von dem Erfolg völlig überrascht war.
0:27:25
Insert: "1976/77 –
'Mama ich lebe' und das Projekt 'Die schöne Uta'"
Kohlhaase sieht den Film "Mama, ich lebe" näher am "deutschen Durchschnitt" als beispielsweise "Ich war neunzehn".
0:29:30
"Die schöne Uta" - eine russische Geschichte über die Deutschen erinnert Kohlhaase als "eine Geschichte von schwierigen Zuneigungen".
Am Vorabend des Beginns der Arbeiten zum Film wurde der Film gestoppt.
0:33:47
Insert: "1974
'Der nackte Mann auf dem Sportplatz'"
Durch dieses Projekt sind Kohlhaase und Werner Stötzer sich erstmalig begegnet. Stötzer brachte ihn mit der Bildenden Kunst in Verbindung, welche ein komplett frisches Feld für Kohlhaase gewesen sei.
0:36:36
Kohlhaase berichtet wie Konrad Wolf zum Projekt "Der nackte Mann auf dem Sportplatz" dazu kam.
0:37:20
Kohlhaase erzählt von seinen Recherchen zu diesem Thema.
0:37:46
Des Weiteren sei Kohlhaase bewusst gewesen, dass "Der nackte Mann auf dem Sportplatz" kein Mehrheitskino werden würde.
0:38:59
Zitat Kohlhaase: "...die langen Wege zur Kunst von einer Gesellschaft, die Kunst eigentlich so gerne möchte; schon weil sie sie benutzen möchte, andererseits so wenig von ihr weiß."
0:41:37
Insert: "Eine Frage der Form"
Kohlhaase beschreibt das Drehbuch zu "Der nackte Mann auf dem Sportplatz", welches gegen alle dramaturgischen Gewohnheiten der damaligen Zeit geschrieben sei.
0:44:40
Insert: "1986
Ein Essay über Konrad Wolf: 'Die Zeit, die bleibt'"
Kohlhaase berichtet warum der Film "Die Zeit die bleibt" auf zwei Seiten "enttäuscht" hat.
0:47:25
Kohlhaase berichtet von dem Ärgern, der aufgrund des Filmes entstand.
0:51:50
Kohlhaase erklärt, wie der Film "Die Zeit die bleibt" plötzlich verschwand.
0:57:40
Insert: "1983ff
Arbeit mit Frank Beyer 'Der Aufenthalt'"
Kohlhaase erwähnt, dass Frank Beyer anfangs große Probleme mit der Romanvorlage Hermann Kants hatte. Kohlhaase half ihm aus, indem er ein Drehbuch entwickelte mit dem Beyer arbeiten konnte.
1:00:35
Kant bestand darauf, dass sein Stoff in der Kombination Beyer/Kohlhaase erarbeitet und verfilmt werde.
1:01:44
Kohlhaase beschreibt die polnische Reaktion auf den Film.
1:04:05
Kohlhaase spricht von der Pressevorführung im Kino International und der Affäre um den Film.
1:06:40
Insert: "1989
'Der Bruch'"
Kohlhaase spricht von der Drehbuchentstehung des Films "Der Bruch".
1:08:13
Insert: "Was war die DEFA?"
Kohlhaase beschreibt seine Beziehung zur DEFA.
1:10:25
Kohlhaase beschreibt den Vorteil, dass durch die DEFA Geld nicht an erster Stelle bei der Produktion stand.
1:11:35
"Ich habe zwar nicht alle Filme gemacht, die ich machen wollte, […] aber ich habe wiederum nichts gemacht, was ich nicht machen wollte."
1:12:47
Insert: "Das Gespräch fand am 29. Mai 2001 in Reichenwalde statt."
1:12:55
Insert: "Gespräch: Ralf Schenk"
1:13:02
Insert: "©DEFA-Stiftung 2011"
1:13:10
Ende